Hightechexperimente dank MobiLLab
Schon vor sieben Uhr fährt der Bus der PHSG mit den fünf Begleitpersonen auf dem Schulgelände vor. Routiniert werden die 12 verschiedenen Posten vorbereitet und eingerichtet. Nach kurzer Instruktion kann es losgehen. Die Schülerinnen und Schüler haben im Vorfeld bereits verschiedene Vorbereitungen getroffen und sich auf die ausgewählten Posten vorbereitet. Eigeninitiative und Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt.
So erscheint ein Schüler mit einem Traktor, um dessen Abgase messen zu können; der Lehrer fährt mit einem alten Motorrad vor, Mofas und Rasenmähermotoren werden in Sachen Abgase verglichen.
Beim Posten Atmung können die Jugendlichen ihre Sauerstoff- und Kohlendioxidsättigung im Blut im Normalzustand und nach einer körperlichen Leistung messen und vergleichen. Schnell werden Unterschiede sichtbar, wer ist in Form und wer nicht. „ He, ............, du musst klar mehr Sport treiben!!!“, ist zu hören.
Ein Thema sind Mikrowellen: Ein Haushaltmikrowellengerät wird zweckentfremdet, indem die ungewöhnlichsten Experimente damit ausgeführt werden können. Die Erklärung der Reaktion gehört immer auch dazu. Bei der Mikrowellensynthese können die Schüler in kurzer Zeit eigene Geruchs- und Aromastoffe aus mitgebrachten Blüten oder aus Chemikalien herstellen.
Mittels der Trennmethoden der Chromatographie können einerseits mit einer Ionenchromatographie Wasserproben untersucht werden. Andererseits werden mittels Gaschromatographie die Bestandteile verschiedener Gase bestimmt.
Ausserordentlich spannend ist auch die Station mit Wärmebildkamera und Pyrometer: „Wer misst, misst oft Mist!“ So führt Dr. Peter Bützer, einer der Projektbeteiligten, die Schüler in die Finessen der Messtechnik ein: Bei der Temperaturabstrahlung spielt auch die Oberfläche des Stoffes eine grosse Rolle und muss mitberücksichtigt werden. Dann dürfen die Jugendlichen nach Belieben wirken und Temperaturunterschiede nachweisen: Stehen an Ort oder die Hand an der Wand hinterlassen Wärmespuren, Muskeln strahlen unter Belastung mehr Wärme ab, etc.
Ist der Goldring nun wirklich aus Gold oder die Titanbrille aus Titan? Pech gehabt, nur 41% Titan und 38% Nickel! Dies und vieles mehr kann man bei der Atomspektroskopie erfahren. Auch Schwermetallrückstände in Kunststoffen lassen sich mit dem Hightechgerät nachweisen.
Beim Thema Lichtabsorption dürfen die Schülerinnen und Schüler mit Spektrometern messen und damit die Farbanteile von verschiedenen Lichtquellen bestimmen oder die Durchlässigkeit von UV Strahlen bei Geweben, Sonnenbrillen, Sonnencremen untersuchen.
Im Nu verging jeweils die Zeit und gerne hätten die jungen Forscher noch weitergemacht, wenn die Posten wieder gewechselt wurden.
Die Arbeiten mit MobiLLab haben allen gezeigt, wie spannend naturwissenschaftliche und technische Berufe sein können und dass Mädchen durchaus keinen Bogen um diese Berufe machen müssten, wie dies leider noch oft der Fall ist.
Ein grosser Dank geht an die Initianten und Verantwortlichen des Projekts, die diese unvergesslichen und tollen Stunden ermöglichten. R.L.



















